Begriffe verstehen
Astronomie-Lexikon
Kurze Erklärungen zu Beobachtung, Himmelsobjekten und Astrofotografie. Für ausführliche Zusammenhänge führt dich jeder Themenbereich weiter in den Wissensbereich.
Orientierung am Himmel
Dunkeladaption
Die Anpassung des Auges an geringe Helligkeit. Helles Licht unterbricht diesen Prozess; gedämpftes rotes Licht stört oft weniger.
Himmelskoordinaten
Ein System zur Angabe von Positionen am Himmel. Rektaszension und Deklination entsprechen grob Längen- und Breitengraden auf der Himmelskugel.
Kulmination
Der Zeitpunkt, zu dem ein Himmelsobjekt auf seiner täglichen Bahn seinen höchsten Stand am Himmel erreicht.
Lichtverschmutzung
Künstliche Aufhellung des Nachthimmels. Sie verringert den Kontrast besonders bei lichtschwachen Objekten.
Seeing
Die Unruhe der Atmosphäre, die feine Details verschwimmen und Sterne flimmern lassen kann.
Transparenz
Die Durchlässigkeit der Atmosphäre für das Licht der Himmelsobjekte. Dunst und Feuchtigkeit können sie verschlechtern.
Objekte und Licht
Emissionsnebel
Leuchtende Gaswolke, deren Licht durch angeregtes Gas entsteht. Häufig ist Wasserstoff beteiligt.
Galaxie
Ein durch Gravitation gebundenes System aus Sternen, Gas, Staub und Dunkler Materie.
Magnitude
Ein Maß für die scheinbare Helligkeit eines Objekts. Kleinere Zahlen stehen für größere Helligkeit; die Flächenhelligkeit kann für ausgedehnte Motive wichtiger sein.
Offener Sternhaufen
Eine vergleichsweise locker gebundene Gruppe von Sternen, die aus derselben Gaswolke entstanden sind.
Reflexionsnebel
Eine Staubwolke, die das Licht benachbarter Sterne reflektiert und dadurch sichtbar wird.
Scheinbare Größe
Der Winkel, unter dem ein Objekt von der Erde aus erscheint. Sie entscheidet mit darüber, ob das Motiv in das Bildfeld passt.
Aufnahme und Verarbeitung
Belichtungszeit
Die Zeit, in der der Sensor Licht für ein Einzelbild sammelt. Die Gesamtbelichtungszeit addiert viele brauchbare Einzelbilder.
Bias-Frame
Kurze Kalibrieraufnahme zur Erfassung eines Teils des elektronischen Auslesesignals einer Kamera.
Dark-Frame
Kalibrieraufnahme mit verdecktem Sensor und passenden Einstellungen, um thermische und andere feste Störsignale zu erfassen.
Dithering
Kleine, gezielte Versätze zwischen Aufnahmen. Sie können beim späteren Stacking feste Störmuster besser verteilen.
Drizzle
Ein Verfahren beim Kombinieren leicht versetzter Einzelbilder. Es kann unter geeigneten Bedingungen die Abtastung verbessern, erzeugt aber keine fehlenden Details.
FITS
Ein in der Astronomie verbreitetes Dateiformat, das Bilddaten und zusätzliche Informationen aufnehmen kann.
Flat-Frame
Kalibrieraufnahme einer gleichmäßig beleuchteten Fläche zur Korrektur von Vignettierung und Staubschatten.
Gradient
Großflächiger Helligkeits- oder Farbverlauf im Bild, etwa durch Mondlicht, Streulicht oder andere Aufhellungen.
Integration
Das Zusammenführen vieler Einzelbelichtungen zu einem Bild mit besserem Signal-Rausch-Verhältnis.
Light-Frame
Die eigentliche Aufnahme des Himmelsobjekts, aus der später der Bildstapel entsteht.
Plate Solving
Die Bestimmung der aufgenommenen Himmelsregion durch Abgleich von Sternmustern im Bild mit einem Sternkatalog.
Rauschreduzierung
Bearbeitung, die störende zufällige Bildschwankungen mildert. Sie sollte feine echte Strukturen möglichst erhalten.
Stacking
Das Ausrichten und Kombinieren mehrerer Aufnahmen eines Motivs. Dadurch wird schwaches Signal besser nutzbar.
Mehr Hintergründe findest du unter Wissen. Für die praktische Nachtplanung helfen Beobachten und die Planung.



